Kleine Geschichte zur Kerkerbachbahn

Kleine Geschichte zur Kerkerbachbahn

Kerkerbachbahn Aktiengesellschaft

< ... ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 3-89494-121-9)

Eine der eher unbekannten Privatbahnen war die bereits 1884 gegründete Kerkerbachbahn AG.

Die von der Lahn in den Westerwald führende Strecke diente in erster Linie dazu, die Bodenschätze im südlichen Teil des Westerwaldes (Ton, Basalt, Eisenerz, Marmor, Braunkohle u.a.) aufzuschließen und damit erst konkurrenzfähig zu machen.

Der Personenverkehr spielte seit jeher nur eine untergeordnete Rolle. Die Kerkerbachbahn unterhielt zwei vom Bahnhof Kerkerbach ausgehende Strecken. Die parallel zur Lahn verlaufende so genannte "untere Strecke" über Steeden nach Dehrn war dreischienig ausgebaut, so dass mit den schmalspurigen Lokomotiven hier auch normalspurige Güterwagen befördert werden konnten.

Die "obere Strecke" war dagegen eine reine Schmalspurbahn mit 1000 mm Spurweite. Sie führte über Eschenau, Christianshütte und Schupbach zunächst bis Heckholzhausen. Später wurde sie nach Hintermeilingen erweitert und schließlich bis nach Mengerskirchen.

Sie hatte nun eine Gesamtlänge von 35,1 km. Ab 1960 wurde auf einen Restbetrieb mit nur noch 3,7 km Streckenlänge reduziert. 1975 Übernahme durch die DB. Im Jahr 2000 wurde auch die Reststrecke stillgelegt.

Zuletzt hat man als neu formierte  Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft in spekulative und riskante Beteiligungen investiert und ist in einem spektakulären Konkurs untergegangen. Es bestanden auch enge Verflechtungen zu der zwielichtigen Beta Systems in Mannheim (diese vertrieb anfangs die ehemals bekannten Victor Computer und verstrickte sich dann ebenfalls in dubiosen Beteiligungsgeschäften).

Tom Clarke Sieger, der 1976 den aktienrechtlichen Mantel der einstigen Eisenbahnlinie kaufte, brachte die Kerkerbachbahn AG u.a. auch als Anbieter von Bauherrenmodellen ins Gespräch. Als der steuersparende Immobilienzug durch die konjunkturelle Entwicklung an Fahrt verlor, setzten die Kerkerbachbahn-Leute auf Diversifikation. Da der Umweltschutz sich als gewinnträchtig anließ, stiegen sie mit 25,1 Prozent bei der Firma Recycloplast, Entwickler von Recycling Technologien, ein. Weiterhin erwarben die Mannheimer für 1,5 Millionen Mark 30 Prozent der Beta Systems im benachbarten Luxemburg.

Die erste öffentliche Börsennotiz der neuen Kerkerbachbahn erfolgte 1980 in Begleitung der Münchner Portfolio Management GmbH. Insbesondere aber der zunächst verschwiegene Einstieg bei Beta Systems verärgerte das Bankenkonsortium, das sich daraufhin zurückzog.

Mit Stamm- und Vorzugsaktien lockte man in den Jahren 1980 bis 1983 durch einige Kapitalerhöhungen und große Versprechungen auch viele unerfahrene Anleger in das Papier. Aber bereits im Jahr 1984 musste der Konkurs angemeldet werden.

Information u.a. vom Eisenbahnarchiv Westerwald
Seitengestaltung: Joachim Hahn

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