Das Lehigh Valley und die Aktiengesellschaften

   Lehigh Valley

Lehigh Valley Railroad Company

Gründung am 21.4.1886 als Delaware, Lehigh, Schuylkill & Susquehanna Railroad. Namensänderung in Leigh Valley Railroad am 7.1.1853. Anfangs war die Gesellschaft nur im Gütertransport (Kohle und Eisen) tätig, erst später kam der Personenverkehr dazu.

Die Lehigh Valley Railroad verkehrte in Pennsylvania entlang der Nordseite des Susquehanna Tals bis Towanda. 1976 wurde aus der Gesellschaft, zusammen mit Reading, Pennsylvania Railroad und anderen in Konkurs gegangenen Gesellschaften des Nordostens die "Consolidation Railways".

Durch mehrere Fusionen in den 1860-er Jahren vergrößerte sich das Streckennetz laufend und betrug zuletzt rund 2.000 km in den Bundesstaaten New Jersey, Pennsylvania und New York. Es reichte zuletzt von Jersey City bis nach Buffalo. Wichtigstes Transportgut war Anthrazitkohle aus den Appalachen.<br>
1976 entstand aus der Lehigh Valley Railroad zusammen mit der Reading Company, der Pennsilvania Railroad Company und anderen Konkursgesellschaften des Nordostens die "Consolidation Railways" (Conrail).


Lehigh Coal & Navigation Company

Die Lehigh Navigation Company wurde 1798, die Lehigh Coal Company bereits 1792 gegründet. Sie schlossen sich im April 1820 zusammen und wurden 1822 als Lehigh Coal and Navigation Company eingetragen. In Mauch Chunk wurden bereits 1791 Steinkohlevorkommen gefunden und zum Transport wurde 1818 der Lehigh Canal am Lehigh River geplant und bis 1929 fertiggestellt. Initiatoren waren u.a. Josiah White und Erskine Hazard (auf der Aktie abgebildet), Gründer der Lehigh Coal & Navigation, die neben dem Abbau von Kohle auch 100 Jahre als Betreibergesellschaft des Kanals arbeitete. Ab 1978 wurde das operative Geschäft als Kohleproduzent und Transportfirma aufgegeben, die Firma besteht aber als Gella's Confections Inc. weiter.


The Lehigh Valley - das Silicon Valley des 19. Jahrhunderts.

Der Lehigh River wurde schon immer für Trinkwasser, Transport und Wasserkraft benutzt. Holzfällen und Mühlen - das war die Industrie im Lehigh. Mit dem Ergebnis, das vor 150 Jahren keine Bäume mehr standen. In der Zwischenzeit wurde Kohle und Eisen gefunden und der Wald wieder aufgeforstet.
1791 fand Philip Ginter auf dem Summit Hill Anthrazit und verkaufte die Mine an Lehigh Coal Minining Co. Diese versuchte vergeblich für den Transport den Lehigh River zu benutzen um die Kohle nach Philadelphia zu verschiffen. Im Kriegsjahr 1812 war Philadelphia von der Kohlenversorgung abgeschlossen. Josiah White & Erskine Hazard (Lieferant für Virginia-Kohle) mussten ihr Geschäft stoppen, weil Virginia Kohle auf Grund der Kriegswirren nicht mehr verschifft werden konnte. Sie fanden, das der Lehigh River eine Alternative war und gründeten 1817 zusammen mit George Hauto die Lehigh Coal and Navigation Co. Sie versuchten zuerst den Fluss durch Dämme zu bezwingen, aber das Frühlingshochwasser zerstörte die Dämme.


Der Lehigh Kanal

Nun bauten sie einen Kanal, der 1827 fertig war. 1832 war er schon so weit ausgebaut, dass 100 Tonnen pro Schiff transportiert werden konnten. Der Kanal hatte über 52 Stufen und einen Höhenunterschied von über 100 m. Das Lehigh-Tal war das einzige Gebiet, welches genug Transportmöglichkeiten hatte, um Philadelphia und New York mit Kohle und Erz zu versorgen.
Es gilt als der Geburtsort für die amerikanische technische Revolution.


Verwaltungsgebäude der Lehigh Coal and Navigation heute Sitz der Parkverwaltung

Aber Hochwasser zerstörte das Kanalsystem trotz aller Dämme. Teile des Kanals  sind heute noch gut erhalten und bilden den Lehigh Gorge State Park.
Das erste Kohlenvorkommen war am Summit Hill ca. 9 Milen westlich von Jim Thorpe. Erst 1819 wurde eine Strasse zum Lehigh River gebaut um mit Pferdewagen die Kohle zu transportieren. Im Mai 1827 wurde die Mauch Chunk, Summit Hill und Switchback Railroad eröffnet, die Kohle vom Gebirge hinunter zum Fluss brachte. Diese Eisenbahn war die erste Bahn, die Kohle in den USA transportierte und die dritte Eisenbahn in den USA überhaupt.
Neben der Bahn liefen Pferde und Maultiere, die die leeren Waggons wieder den Berg hinauf zogen. Der Kohlenzug wurde auch als Erdanziehungs-Zug (gravity train) bezeichnet, da er nur bergab fuhr.
Jeder Wagen konnte 1.5 Tonnen laden. Ein Bremswagen (safety car) fuhr neben dem Zug her und konnte bremsen. Für die 9 Milen Strecke wurden 20 Minuten benötigt - 50 miles/h. 1844 wurden die Pferde durch eine richtige Lokomotive ersetzt. 1872 kam dann eine richtige Eisenbahn.
Der "Switchback" - wie der alte Zug genannt wurde, ist heute eine richtige Touristenattraktion. Er war immerhin Vorbild für die Straßenbahn in San Francisco.


Der Kanal Lehigh transportierte alles.

Der Anthracite Streike in 1902 war einer der größten in der Geschichte Amerikas.
Der bekannte Sherman Anti-Trust Act von 1890 verbot einen Zusammenschluss in Verbindung mit Beschränkungen des Handels. Dieser Akt war dazu da, monopolistische Firmen zu stoppen. Aber ab 1902 wurde er besonders gegen Gewerkschaften angewendet. Diejenigen, die danach besonders gewalttätig gegen Gewerkschaften vorgingen, wurden nie bestraft.
1897 erschoss der Sheriff von Lattimer 19 streikende Bergleute und verwundete 49 schwer. Er musste nicht vor Gericht. Die gesamte Regierung einschl. der katholischen Kirche waren absolut negativ gegen die Gewerkschaften eingestellt. Gewerkschaftsmitglieder durften nicht in der Kirche sein.


Kohlenmine im Lehigh Revier

Erst Kardinal Gibbons von Baltimore und Bischoff Hoban von Scranton machten damit Schluss.
Als der 29 jährige John L. Mitchell 1899 der fünfte Präsident der Vereinigten Minenarbeiter wurde erkämpfte er eine Gehaltserhöhung um 10 %. 1902 wollte er eine 20% Lohnsteigerung und den 8-Stundentag durchsetzen. Aber dann gab es Streik - er wurde der längste Streik im Bergbau und wahrscheinlich der wichtigste Streik in der amerk. Geschichte. Er legte die Basis für die gesamte amerik. Arbeiterbewegung. Hierfür wurde ein Monument vor dem Gerichtsgebäude in Scranton errichtet

Die Eigentümer der Minen nannten sich selbst "die von Gott Auserwählten".
Sie verhinderten den Bau einer Automobilfabrik durch Henry Ford, weil dadurch die Löhne gestiegen wären. Die Arbeiter hatten einen Verlust von $25 mio zu tragen - unvorstellbar zur damaligen Zeit. Präsident Roosevelt musste selbst in den Streik eingreifen. Am Ende gewann die Gewerkschaft.
Nebenstehend das Monument für John L. Mitchel.
 

Nach dem Streik war alles anders, viele Gesetze schützten nun die Bergleute.
So musste der Gruppenleiter einer Mannschaft (Steiger) viele Tests bestehen.
All das Wissen wurde von Thomas J. Foster in einem Buch festgehalten. Er war so erfolgreich, dass er eine Fernschule für Bergleute gründete, aus der die weltgrößte Fernschule ICS hervorging.


Kohlenbergwerk im Lehigh

Seitengestaltung © Joachim Hahn
Informationen und Bilder von der Gesellschft
und alten Chroniken

 * US-Aktien und Anleihen sind dem Alter entsprechend in gutem Zustand. (EF - VF). Lochentwertung, Lochperforation und/oder Stempel ist der Normalfall. Falten (Briefformat) können immer  vorkommen, ebenso Stempel und kleine Löcher von Büroklammern oder Stücke mit Klammern.

 

 

Menü
Das Menü wird geladen...
Zur technischen Umsetzung der Shopfunktionen verwenden wir Cookies. Weitere Informationen