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Infoticker 2019 - aktuelle Informationen zum Sammelgebiet DM-Aktien

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Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen ohne jegliche Gewähr. Bei verändertem Informationsstand werden ggf. Korrekturen vorgenommen. Für konstruktive Hinweise (bitte per Email oder Telefon) bedanke ich mich.

Die Chronologie geht von unten nach oben. Der erste Eintrag des Jahres steht ganz unten, der jeweils neueste ganz oben.

 

 

Hille-Werke AG, Dresden, Düsseldorf
Aus dem Reichsbankbestand (BAROV) kennt der Sammlermarkt mit Firmensitz Dresden zahlreiche Aktien-Emissionen und ist damit für Regional- oder Branchensammler reichlich versorgt.
Der Firmenmantel der AG wurde 1951 nach Düsseldorf verlegt. Ab 1964 Firmierung als GmbH, 1967 als Aktiengesellschaft aufgelöst, 1968 erloschen. Der operative Betrieb wurde 1946 im Osten zum Volkseigentum: VEB WMW Hille, 1952 VEB Feinstmaschinenwerk, 1959 VEB MIKROMAT, 1990 Mikromat Werkzeugmaschinenfabrik GmbH bei der Treuhand, 1992 von dieser verkauft und privatisiert.
In der DM-Zeit mit AG-Firmensitz Düsseldorf wurde im Jahr 1959 ein Genussschein herausgegeben. Diesen gibt es in den Nennwerten 2 DM, > 20 DM und 100 DM. Dabei ist es aus der DM-Zeit geblieben. Es sind die einzigen bekannten DM-Papiere. Vor der Umfirmierung zur GmbH 1964 ist es zu keiner Aktienemission mehr gekommen. Ungewöhnlich auch die Druckerei der Genussscheine die ich sonst noch nirgends auf Papieren der DM-Zeit gesehen habe: Heinrich Kathagen in Witten-Annen.

 

 

Uhren-Weiss AG, Frankfurt am Main
Uhren-Weiss wurde 1961 mit einer Kapitalerhöhung von 5 auf 10 Mio. DM in eine AG umgewandelt und Aktien ausgegeben die noch nicht börsengehandelt waren. Die Anteile lagen bei der Gruppe Leon Weiss (Majorität), Münemann, Lewis Weber und Arje Paluch. Dazu kamen vermutlich noch ein paar kleinere Aktionäre.
Weiss verkaufte 1961 ca. 55% Uhren und 45% Schmuck und Gold. Die Firma glänzte durch aggressive Preisstrategien (20% unter Fachhandel durch Reimporte) und ausgefallene Marketingideen. Man verkaufte in Läden, im Versandhandel und im Direktverkauf. Für das Jahr 1962 waren Umsätze von 30-35 Mio. DM angepeilt. In Werbeanzeigen 1962 nannte man sich größtes Uhren-Fachgeschäft des Kontinents. In 20 deutschen Städten führte Weiss exklusive Läden.
Die von Giesecke & Devrient gedruckten Aktien sind unentwertet, original erhalten und stammen in der Regel von den ehemaligen Aktionären. 1961 ist der einzige im Sammlermarkt bekannte Jahrgang. Es scheint keine weitere Kapitalerhöhung gegeben zu haben. Es gibt die Nennwerte 100, 500, und 1000 DM. Die beiden höheren sind deutlich seltener als der kleine. Hier ein Bild der 500 DM Aktie und dem zugehörigen restlichen Couponbogen.

 

 

WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG
Aus einer ganz frühen Auslieferung der 1990-er Jahre stammt diese unentwertete WCM Aktie des Jahrganges 1994. Gleichzeitig eine der ersten deutschen Aktien mit dem neuen kleinen Nennwert 5 DM. Dazu gibt es den noch fast vollständigen Couponbogen. Der fehlende 1-er Coupon deutet auf ein Auslieferungsdatum im Jahr 1995/1996 hin. Ein tolles Papier für Sammler, die sich speziell für unentwertete Aktien interessieren.

 

 

Volksbank Essen AG
Die heutige GENO Bank Essen wurde schon im Jahr 1896 als Genossenschaft gegründet. Wenige Jahre darauf, 1903 erfolgt die Eintragung als "Volksbank Essen eG" in das Genossenschaftsregister. Erst im Mai 1987 wird man dann zu einer Aktiengesellschaft. Diese Rechtsform wird im Jahr 2003 durch die Fusion der Volksbank Essen AG und der Spar und Darlehnskasse Essen eG zur Genossenschaftsbank Essen eG wieder abgelegt. Die fusionierten Gesellschaften arbeiten seitdem unter dem Namen "GENO Bank Essen eG als typische Genossenschaftsbank im Volksbankenverbund.

Bei Oldenbourg wurden nach der AG-Gründung Namensaktien gedruckt, erstmals 1988 (hier sind die Unterschriften noch handschriftlich drauf!). Weitere Jahrgänge sind 1989, 1991, 1992, 1993 und 1994. Alle bislang im Sammlermarkt aufgetauchten Stücke haben den Nennwert 50 DM. Zumindest von der 1988-er Emission ist auch ein Druckmuster bekannt. Dieses dürfte derzeit das seltenste Papier sein.

 

 

Stolberger Zink AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, Aachen
Unter dem alten Firmennamen mit Ausgabeort Aachen sind die Jahrgänge 1951 (100 und 1000 DM), 1964 (100 DM) und  1969 (50 DM) bekannt. Später änderte sich die Firmierung in den kürzeren Namen Stolberger Zink AG, der Ausgabeort der entsprechenden Aktien des Jahrgangs 1982 wechselte nach Stolberg. Aus diesem Jahr sind die Nennwerte 50 und 50.000 DM (1000x50) im Sammlermarkt bekannt.

 

 

Stelcon Aktiengesellschaft, Essen
Stelcon produziert Flächenbefestigungen (Bodenplatten für Industrie und Gewerbe), Produkte zum Gleisbau (Straßenbahnen) und Umweltschutzprodukte wie Großflächenplatten für Tankstellen und Abfüllanlagen, LKW-Wannen für Verladebereiche etc. Bereits 1919 wurde die Firma "Industrieböden Fritz Ebener" gegründet. Ab 1928 neue Firmierung als "STELCON" (Steel - Concrete). Fritz Ebener entwickelt in jener Zeit die Stelcon-Stahlankerplatte, die Patentschutz erhält. 1959 erfolgt die AG-Gründung. 1991 übernommen von der Readymix AG, Ratingen. Seit 2003 ist der Firmensitz in Germersheim in Baden.
Alte DM-Aktienemissionen sind aus den Jahren 1959, 1962, 1966 und 1970 im Sammlermarkt bekannt. Sie wurden bei Giesecke & Devrient gedruckt. 1987 erscheint eine Emission in 3 Nennwerten (50, 100, 1000 DM) mit einem völlig neu gestaltetem Druckbild und grundlegend "modernisiert", ebenfalls bei G&D hergestellt. Spätere Ausgaben sind nicht mehr bekannt.
Nachtrag: Vom Jahrgang 1959 gibt es mit gleichem Datum (Juli 1959) auch eine Namensaktie. Aktuell bekannte Marktmenge sind nur 2 Stücke, Blankodrucke von Giesecke & Devrient.

 

 

Stangl Aktiengesellschaft, Waldkraiburg
Die Stangl AG stellt seit 1962 Betonwaren her und hat sich auf Beton in Garten und Landschaft spezialisiert. Das heißt, der Kunde bekommt auch alle Arten von Sonderanfertigungen, Stufen, Blöcke, Säulen, Mauerscheiben, Brunnenanlagen u.v.m. 1982 wurde die bisherige Stangl & Co. GmbH in eine AG umgewandelt.
Aktien wurden dann erstmals im  > Jahr 1983 ausgegeben und sind somit die "Gründeraktien" der AG. Eine öffentliche Börsennotiz gibt es nicht. Aktionäre sind vermutlich ausschließlich Familienmitglieder, Mitarbeiter und verbundene Unternehmen. Es gibt noch zwei weitere Jahrgänge von Stangl (1988, 1992), die allerdings nur als Blankopapiere bekannt sind. Ob die entsprechenden Kapitalerhöhungen auch zustande kamen ist mir nicht bekannt. Wer von diesen beiden Jahrgängen welche hat und ein Bild zur Verfügung stellen kann, einfach per Email zusenden, ich werde es dann hier veröffentlichen.  Die modern gestalteten Papiere wurden bei Giesecke & Devrient in München gedruckt. Die "gelaufenen" 1983-er sind zur Entwertung vorderseitig gestempelt und gut erhalten.

 

 

R+V Allgemeine Versicherung AG, Wiesbaden
Die R+V Versicherung AG (Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung) ist eine der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands und Obergesellschaft des R+V Konzerns mit Sitz in Wiesbaden in Hessen. Sie wurde 1922 als Raiffeisen Allgemeine Versicherungsgesellschaft a.G. und Raiffeisen Lebensversicherungsbank a.G. in Berlin gegründet und gehört heute gehört zur genossenschaftlichen FinanzGruppe des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR). Eine öffentliche Börsennotiz der R+V hat es nie gegeben.
Eigentümer sind die DZ-Bank (92,1%), Volks- und Raiffeisenbanken (6,1%) und 1,8 % Sonstige Anteile in der Genossenschaftsorganisation.

Aus der DM-Zeit gibt es zahlreiche Aktienemissionen, insgesamt mind. 32 verschiedene, möglicherweise noch die eine oder andere mehr. Bekannte Jahrgänge sind 1975, 1977, 1985, 1986 und 1988. Der kleinste (100 DM) und der größte bekannte Nennwert ( 1 Million DM) stammen aus dem Jahr 1986, ansonsten sind viele weitere große Nennwerte von 5.000 bis 500.000 DM vertreten. Alle Stücke sind blanko, gedruckt bei Giesecke & Devrient, gelaufene kenne ich nicht und es sind vermutlich auch keine im Markt bekannt. Alle o.g. Blankodrucke sind selten bis sehr selten, R11, R10, R9.

Hier ein paar Bilder der 1986-er Emission:  > 500 DM < 1000 DM,   > 10.000 DM

 

 

Rational AG, Landsberg am Lech
Rational ist ein weltweit agierender Konzern der Geräte für Groß- und Gewerbeküchen herstellt und rund den halben Weltmarkt bedient. Die hochdekorativen Aktien stammen von Schleicher & Schuell aus Einbeck. Vor langer Zeit hatte ich für einen Kunden eine Auslieferung veranlasst. Inzwischen lagen die Börsenkurse im Hoch bei rund 700 EUR und im Sammlermarkt kann man nur hoffen, dass die tollen Stücke eines Tages vielleicht als entwertete zu bekommen sind. Hier die  > 1-er Stückaktie des Jahres 2000, gelaufen und unentwertet.

 

 

Hirschbrauerei Aktiengesellschaft, Düsseldorf
1974 Einstellung des Brauereibetriebes. Die Königsbacher Brauerei AG vorm. Jos. Thillmann war neben der Dortmunder Union-Schultheiss-Brauerei AG (heute Brau und Brunnen) lange Mehrheitseigner. Nach dem Verkauf 1996 an Peters & Bambach Privatbrauerei GmbH & Co. KG erfolgte 2004 der Squeeze-Out. Einige Jahre nach diesem Squeeze-Out gelangten auch gelaufene Papiere in den Sammlermarkt, daneben existieren Blankopapiere von Giesecke & Devrient in sehr guter Erhaltung im Markt, teilweise mit  > Couponbogen, die alten großen 10-er Blätter.

Bislang im Markt bekannt sind die 1000 DM von 1953, 500 DM von 1960 und 100 DM von 1969. Falls jemand weitere Stücke kennt bitte melden.

 

 

Schweizer Electronic AG, Schramberg im Schwarzwald
Im Sammlermarkt ist nur der Jahrgang 1989 zum Börsengang bekannt und verfügbar. Das sind die Nennwerte 50 und 20 x 50 DM. Spätere Jahrgänge gibt es nicht mehr, Globalurkunden sind bis heute nicht aufgetaucht.
Aber die Standardnennwerte gibt es auch als  > Specimen mit der Nr. 000. Durch den roten Aufdruck nicht unbedingt schöner, aber deutlich seltener als die gelaufenen.

 

 

Badische Anilin & Soda Fabrik, Ludwigshafen - BASF
Heute geht es weiter mit drei weiteren Globalaktien in Bildform.
Hier das  > Bild der 50.000 DM Aktie (1000 Aktien x 50 DM) des Jahrgangs 1970 und der gleiche Nennwert aus > 1971.
Und hier der nächst höhere Nennwert > 100.000 DM, Ausgabejahr 1957.

 

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2019 - Vers. 5.01