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Kleine Firmengeschichte des Apollinarisbrunnen

Kleine Firmengeschichte des Apollinarisbrunnen

Actiengesellschaft Apollinarisbrunnen vormals Georg Kreuzberg

Apollinarisbrunnen bei Ahrweiler

...natürlich Originalaktien - Echtheit vom Fachmann garantiert !

Hochdekorative Aktien mit dem Porträt des Firmengründers Georg Kreuzberg, Statuen des Heiligen Apollinaris und des Aesculap, detaillierte Ansicht von Ahrweiler und 4 herrliche Wappenabbildungen.

Diese Aktien waren über 100 Jahre lange gültig, der Nennwert wurde 1950 noch auf 300 DM umgestellt, seit 1956 in den Archiven der Union-Schultheiß Brauerei AG.


Mineralquellen waren seit jeher Orte zur Einrichtung von Bädern, in denen Leidende Genesung oder Linderung suchten. Zahlreiche alte Sagen berichten von verwundeten und kranken Tieren, die mit natürlichem Instinkt solche Quellen fanden und dabei den Menschen den Weg wiesen. So werden auch die Quellen des Ahrgebietes schon früh bekannt gewesen sein. Schon 1588 berichtet der Wormser Arzt Jakob Theodor von Mineralquellen bei Ahrweiler, Sinzig und am Fuß der Landskron. Er bezeichnete sie als Sauerbrunnen.

Einen solchen "Sauerbrunnen" entdeckte im Herbst 1851 auch der Ahrweiler Weinbergsbesitzer Georg Kreuzberg. Er stellte fest, dass die Weinstöcke seines Weinbergs zwischen Heppingen und Wadenheim an einer bestimmten Stelle nur kümmerlich wuchsen. Eine geologische Untersuchung ergab: Ein starkes Kohlensäurevorkommen beeinträchtigte das Wachstum der Reben. Zunächst ließ Kreuzberg das schädliche Gas nur durch einen Stollen ableiten, ging aber der Sache dann doch weiter nach, da auch in der Nachbarschaft Mineralquellen lagen. Im Frühjahr 1852 stieß er auf eine mächtige Quelle, die die Möglichkeit zu einer geschäftlichen Verwertung eröffnete.

Der Volksmund nannte die Quelle gleich nach ihrer Entdeckung "Apollinarisbrunnen", nach einem Bildstock zu Ehren des Hl. Apollinaris, der auf dem Brunnengelände stand. Die 1876 gegründete Aktiengesellschaft übernahm diesen Namen. Sorgsam ließ Kreuzberg zunächst die Quelle nach allen Regeln der Kunst fassen. Die Leitung dieser Arbeiten übernahm, zusammen mit seinem Bruder Carl, Dr. Gustav Bischof, Professor in Bonn und Geheimer Bergrat. Die Tiefe und Ergiebigkeit der Quelle und die natürliche Härte des anstehenden Gesteins schlossen dabei ein Versiegen der Quelle oder eine Veränderung der mineralischen Zusammensetzung aus.

So gut vorbereitet prosperierte das Unternehmen. Bald darauf pachtete Georg Kreuzberg auch den stark mineralisierten und sehr magnesiumhaltigen Heppinger-Mineralbrunnen. Im Jahr 1874, 20 Jahre nach der Gründung, erreichte die Firma einen Absatz von jährlich 2 Millionen Krügen. In diesem Jahr wurde auch das Auslandsgeschäft aufgenommen. Auf Vorschlag des in London lebenden Kaufmanns Eduard Steinkopff gründete man zu diesem Zweck die "Apollinaris Company Limited".

1876 starb Georg Kreuzberg. Sein Leben hatte er zuletzt ganz den Mineralquellen gewidmet. Die herausragendste Leistung war das Aufbohren der warmen Quellen von Beul, womit er die Grundlagen zur Entwicklung des Bades Neuenahr schuf. Kreuzbergs Erben wandelten die Firma in eine Aktiengesellschaft um. Vor allem Dank des forcierten Auslandsgeschäfts ging der Absatz weiter sprunghaft in die Höhe. Apollinaris-Wasser verbreitete sich in alle damals zivilisierten Gebiete der Erde.

Ab 1892 werden in Großbritannien Produkte von herausragender Qualität mit einem roten Dreieck gekennzeichnet. Auch Apollinaris erhält als Auszeichnung dieses Gütezeichen. 1895 meldet Apollinaris das rote Dreieck und den Claim "The Queen of Table Waters" als Warenzeichen an. 1900 ist Apollinaris mit jährlich 40 Mio. Füllungen einer der erfolgreichsten Brunnen weltweit.

1908 gründet Apollinaris die Rheinahr Glasfabrik, die als erste Fabrik Europas die vollautomatische Flaschenfabrikation nach dem amerikanischen Owens-Patent aufnahm. Die Flaschen werden anfänglich in naturgrün produziert. Auch die Kronen-Korken stellt Apollinaris selbst her und verwendet dabei zur Qualitäts- und Haltbarkeitssteigerung hochwertige spanische Naturkork-Scheiben. Noch heute beliefert die Flaschenfabrik in Sinzig Apollinaris mit der unverwechselbaren Flasche mit dem roten Dreieck.

1923 wird der Firmenname auf "Apollinaris-Brunnen AG" verkürzt. Das Kapital befindet sich jetzt mehrheitlich in britischem Besitz, AR-Vorsitzender ist der Kölner Bankier C. Th. Deichmann.

1956 erwirbt die Dortmunder Union-Schultheiß Brauerei AG alle Anteile. Die ertragsstarke Apollinaris wird in der Folge eine wichtige Stütze für das nicht immer renditestarke Biergeschäft der späteren Brau + Brunnen AG. 1991 wird Apollinaris in ein Joint Venture mit der deutschen Schweppes GmbH eingebracht, 2002 übernimmt Cadbury Schweppes alle Anteile. Heute als Apollinaris & Schweppes GmbH firmierend.
 

Inhalt und Seitengestaltung © Joachim Hahn
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