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Druckverfahren und Techniken bei historischen Wertpapieren, neuen und alten Aktien

Wie werden Wertpapiere gedruckt

Eine kleine Übersicht über die Druckverfahren

Die Druckverfahren die auch beim Wertpapierdruck zum Einsatz kamen und kommen sind z.B.:

    Hochdruck
    Tiefdruck
    Stahlstich
    Lithographie

Nicht alle Historischen Wertpapiere wurden auf die gleiche Weise hergestellt. Für manche Sammler bilden die unterschiedlichen Drucktechniken unter Umständen auch einen Ansatz für die Wertbestimmung ihrer Aktie oder Anleihe. Die am meisten verbreiteten Druckverfahren möchten ich Ihnen hier in aller Kürze vorstellen:

 

Der Hochdruck


< Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks.

Der Hochdruck ist das älteste bekannte Druckverfahren. Sein bestimmendes Merkmal ist, dass die druckenden Teile der Druckform erhöht liegen. Bereits im Jahr 1450 wurde das Hochdruckverfahren vom bekannten Mainzer Bürger Johannes Gutenberg (1400-1468) erfunden. Beim Drucken von Aktien und Wertpapieren kam der Hochdruck nur sehr wenig zum Einsatz.

Exemplare im Hochdruck sind deshalb eher selten zu finden und nicht unbedingt niedrig im Preis.
Historische Wertpapiere im Hochdruck, vor allem wenn es ein teurer Erwerb sein soll, sollten etwas eingehender betrachtet werden, denn die Schrifttypen, aus denen früher der Text zusammengesetzt wurde, konnte sich jedermann frei beschaffen. Es kam manchmal vor, dass frühe Zeitgenossen solche Papiere ggf. zu fälschen versuchten, wobei im heutigen Handel solche Stücke praktisch nicht angeboten werden.


Der Tiefdruck

Als Tiefdruck bezeichnet man diejenigen Druckverfahren, bei denen nicht die hervorstehenden Teile der Form, sondern genau umgekehrt die Vertiefungen die Farbe an das Papier abgeben. Zu den Tiefdruckverfahren gehören zum Beispiel Radierungen,  der bekannte Kupferstich und der im Wertpapierbereich später sehr viel angewandte Stahlstich.

Der Kupferstich entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum beliebtesten und am meisten gebräuchlichen Druckverfahren für Wertpapiere. Die Kupferstecher schufen wahre Kunstwerke und machten mit ihren feinen detaillierten Darstellungen und Abbildungen den Fälschern das Leben schwer.

Historische Wertpapiere in Kupferstich-Technik sind ähnlich selten wie Hochdruck-Papiere. Auflagenhöhen von 5.000 Stück oder gar mehr findet man praktisch gar nicht, dazu war das Verfahren einfach noch zu aufwendig.

 

Der Stahlstich

Erst mit der Einführung des Stahlstichs im Jahr 1818 konnten dann auch größere Auflagen einer Aktie, Anleihe oder Obligation gedruckt werden. Die Druckqualität wurde gegenüber dem Kupferstich nochmals gesteigert und verfeinert. Nachahmungen oder Fälschungen wurden dadurch auch immer  schwieriger, Betrügereien immer weniger möglich.

Als dann später noch die Guillochenmaschine erfunden wurde, waren Nachrucke ohne diese spezielle und teure Ausrüstung praktisch unmöglich. Mit dieser Guillochiermaschine konnte man feinste, nach vorgegebenen Gesetzen verschlungene Netze von Linien drucken. Bei den meisten Wertpapieren wurde und wird aus diesen Guillochenlinien eine sehr feine und besonders dekorative Randbordüre erstellt.

 

Der Flachdruck

Aloys Senefelder erfand schon 1797 die Lithographie. Hierbei konnten mit relativ unkomplizierten Geräten und wenig Arbeitsaufwand endlich auch aufwendigere und vor allem mehrfarbig gestaltete Papiere hergestellt werden. Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Wertpapiere nach diesem Verfahren gedruckt.

In 20. Jahrhundert wurde schließlich das preisgünstige und rationellste Druckverfahren erfunden - der Offsetdruck. Er ist der Nachfolger und sozusagen die modernisierte und verbesserte Variante der Lithographie. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass jetzt nicht mehr mit einer flachen Steinplatte, sondern mit einem rotierenden Zylinder gedruckt wird. Am leichtesten kann man es sich vorstellen, wenn man sich die großen Rollenoffsetmaschinen vor Augen hält, die z.B. beim Druck einer Tageszeitung zum Einsatz kommen.

 

Da ich kein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet des Druckens bin mögen mir fachkundige Leser den einen oder anderen Fehler nachsehen.

© Text und Seitengestaltung von Joachim Hahn (Vers. 1.10 - 2006) -  Nachdruck und EDV-mäßige Verwendung/Weiterverarbeitung nur mit Zustimmung des Verfassers.

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