Die Wurzeln der Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG gehen
zurück auf die Unternehmen "Deutsche Steinzeugwarenfabrik
Aktiengesellschaft", gegründet 1890 in Mannheim-Friedrichsfeld, und die
Cremer & Breuer GmbH, gegründet 1906 in Frechen. Beide Unternehmen waren
zunächst ausschließlich auf die Fertigung von Kanalbauartikeln aus
Steinzeug ausgerichtet. Das Produktionsprogramm wurde in der Folgezeit
um die Herstellung von säurefesten Artikeln und Apparaten aus Steinzeug
für die chemische Industrie erweitert. Die Gesellschaften entwickelten
sich rasch zu den führenden Produzenten von grobkeramischen
Erzeugnissen.
Bis zum Jahre 1926 erwarb Cremer & Breuer die Mehrheit an der Deutsche
Steinzeugwarenfabrik Aktiengesellschaft und veranlasste diese Anfang der
dreißiger Jahre zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der "Annawerk
Schamotte- und Tonwarenfabrik AG" in Oeslau. Bald darauf gründete die
Annawerk AG die Buchtal AG in Schwarzenfeld/Oberpfalz. Durch diese
Beteiligungstransaktionen entstand ein Konzern, dessen
Hauptbetätigungsfeld in der Grobkeramik lag und die Herstellung von
Steinzeugrohren, Fliesen und Platten sowie anderen Produkten, wie
beispielsweise Feuerfestmaterialien, Dachziegeln etc. umfasste.
Der große Bedarf an Steinzeugrohren während der Wiederaufbauphase im
Nachkriegsdeutschland eröffnete für diesen Produktbereich gute
Marktchancen. Deshalb wurde hier der erste Investitionsschwerpunkt
gesetzt.
Gleichzeitig spezialisierte sich die Buchtal AG
auf keramische Fliesen und Platten und wurde im Laufe der Jahre zum
Spezialanbieter in der Objektkeramik. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu
steigern und zum keramischen Vollsortimenter zu werden, erwarb die
Deutsche Steinzeug im Jahre 1992 die fliesenproduzierenden Unternehmen
der AGROB-Gruppe und in 1993 50,4 % an der tschechischen RAKO a.s.,
Rakovnik, die sie Anfang 1998 auf rund 95 % aufstockte. Im Jahre 1997
übernahm die Obergesellschaft Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG
durch Verschmelzungen der keramischen Belagsmaterialien auf die Holding
wieder die operative Führung. Im folgenden Jahr erwarb die Deutsche
Steinzeug AG sämtliche Geschäftsanteile an der OSTARA LAUFEN Keramik
GmbH, Meerbusch, und verstärkte dadurch die Objektkompetenz bei den
Keramischen Belagsmaterialien innerhalb der Gruppe.
Im Mai desselben Jahres wurden die Steinzeugrohraktivitäten mit denen
der Wienerberger-Gruppe durch Erwerb der Keramo Wienerberger N.V.,
Hasselt/Belgien, zusammengeführt, wodurch die STEINZEUG Abwassersysteme
GmbH zum größten europäischen Steinzeugrohr-Produzenten aufstieg. Auf
Grund der Genehmigung der Europäischen Kommission in Brüssel im Jahre
1999 hat die Wienerberger-Gruppe ihre Beteiligung von 24,9 auf 50%
erhöht. Die Deutsche Steinzeug AG hält seit dem 01.01.2000 an ihrem
Geschäftsfeld Steinzeugrohre ebenfalls nur noch eine 50%ige Beteiligung.
Im Rahmen der weiteren Fokussierung auf die beiden Kerngeschäftsfelder
trennte sich die Gesellschaft im Dezember des Jahres 1998 von der
AnnaWerk Keramische Betriebe GmbH, Rödental (Hochleistungskeramik).
Das Jahr 1999 stand ganz unter dem Zeichen, größter deutscher
Keramikproduzent zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, erwarb die
Deutsche Steinzeug AG sämtliche Geschäftsanteile der Jasba GmbH,
Ötzingen, und der Meissen Keramik GmbH, Meißen. Damit verschaffte sie
sich zum einen die Marktführerschaft im deutschen Mosaikmarkt (Jasba)
und zum anderen wurde sie erstmals Besitzer einer Traditionsmarke mit
hohem Endverbraucherbekanntheitsgrad (Meissen Keramik). Mit dem Erwerb
der Schlenkhoff Das Baumarktsortiment GmbH, Herne, sicherte sich die
Deutsche Steinzeug zusätzlich ihren Anteil am Baumarktgeschäft. Seit
Jahresbeginn 2000 gehört die in Anaheim, Kalifornien, ansässige European
Design + Marketing LLC zur Deutsche Steinzeug-Gruppe, die nach
Zusammenführung der Geschäftsaktivitäten mit der Tochtergesellschaft
Buchtal Corporation unter Deutsche Steinzeug America Inc. firmiert.
Im Sommer 1999 wurde am Werksstandort Sinzig die erste inländische
Feinsteinzeugproduktionsanlage in Betrieb genommen. Im Jahre 2000 wurde
mit der Errichtung der modernsten Fertigungsanlage Europas für
glasiertes Steinzeug-Mosaik bei Jasba in Ötzingen die kontinuierliche
Anpassung der Produktion an modernste Herstellungsverfahren mit einer
außerordentlich großen Farb- und Formvielfalt weitergeführt. Durch
umfangreiche Investitionen baute die Deutsche Steinzeug darüber hinaus
ihren Standort Meißen in eine Produktionsstätte für hochwertige
Wandfliesen mit einer jährlichen Kapazität von nahezu 4 Mio. mē aus.
Angesichts der konjunkturellen Entwicklung wurde die ursprünglich für
das Jahr 2004 geplante Schließung des Werksstandortes Meerbusch in das
Jahr 2001 vorgezogen. Im Januar 2002 veräußerte die Deutsche Steinzeug
ihre Mehrheitsbeteiligung an der RAKO a.s. und setzte damit ihre
Konsolidierungsstrategie fort. Diese Strategie wurde im Jahr 2003 durch
den Verkauf der STEINZEUG Abwassersysteme GmbH fortgeführt und fand im
Jahr 2004 ihren Abschluss im Verkauf der Hürner-Funken GmbH, der Monsun
GmbH und der Jasba-Ofenkachel GmbH im Wege eines Management Buy-out.
Das Jahr 2006 war neben der weiteren erfolgreichen operativen
Entwicklung vor allem durch die umfassende Restrukturierung der
Passivseite des Konzerns geprägt. So konnte die Eigenkapitalquote wieder
auf rund 30% angehoben werden, wobei gleichzeitig die Verbindlichkeiten
gegenüber Banken und Pensionären um rd. 70 Mio. EUR reduziert werden
konnten. Weiterhin wurden zusätzliche liquide Mittel bereitgestellt, um
zukunftsweisende Investitionen ? wie u.a. den Ausbau der
Feinsteinzeugkapazitäten in Sinzig ? finanzieren zu können.
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Inhalt und
Seitengestaltung © Joachim Hahn
Informationen der Deutsche Steinzeug AG